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Abingdoni, 90 Jahre, 100 Kilo, sucht Partnerin zur Arterhaltung

 
Mit großem Appetit frisst George seine tägliche Portion Gras. Die kräftigen Kiefer zermahlen die Blätter und junge Triebe ohne Mühe. Mit seinem massigen Körper schirmt er geschickt die Leckerbissen vor den beiden Weibchen ab.
 
Überhaupt ist George nicht sehr an weiblicher Gesellschaft interessiert. Andere Schildkröten würden mit dieser Einstellung ein einsames Leben als Einzelgänger fristen.
Im Fall von George ist den Wissenschaftlern allerdings keine Anstrengung zu groß, um eine geeignete Partnerin für die Riesenschildkröte zu finden. Denn George ist der Letzte seiner Art.

Auf der Suche nach verwilderten Ziegen auf der Inseln Pinta stieß 1971 ein Jäger auf das verwaiste Schildkrötenmännchen.
Er dürfte nicht schlecht gestaunt haben, denn auf der abgelegenen Insel galten die Schildkröten der Unterart Abingdoni bereits seit gut 60 Jahren als ausgestorben.
Im folgenden Jahr wurde das Riesenschildkrötenmännchen zur Forschungsstation Charles Darwin auf die Insel Santa Cruz gebracht, wo es als "Lonesome George", "einsamer George", traurige Berühmtheit erlangte.
 

Lonesome George

George wird auf Pinta mehrere Jahrzehnte ohne Artgenossen verbracht haben. Kein Wunder also, dass der heutige 90-Jährige sich zunächst in Gesellschaft anderer Riesenschildkröten nicht sehr wohl fühlte.
Wissenschaftler hofften nach der unerwarteteten Entdeckung des Abungdoni-Männchens, ein Weibchen der Unterart zu finden, mit dem sich George fortpflanzen würde. Zoos in aller Welt setzten eine Belohnung von 10.000 US-Dollar für ein Abingdoni-Weibchen aus. Doch die Partnersuche blieb erfolglos und Lonesome George der einzige Vertreter seiner Art.

Von den insgesamt 14 Schildkrötenarten auf Galapagos haben nur elf Arten die Entdeckung des Archipels durch den Menschen überlebt. Manche sind nur knapp ihrer Ausrottung entgangen.
Unter den Seefahrern wegen ihrer Genügsamkeit als "lebendes Proviant" äußerst beliebt, mussten die Riesenschildkröten zudem mit eingeschleppten Nahrungskonkurrenten und Fressfeinden um ihren Lebensraum kämpfen. Die nur auf Pinta lebende Unterart Geochelone Elephantopus Abingdoni schien diesen Kampf verloren zu haben. Im Jahre 1906 wurde das letzte Exemplar vor George´ Entdeckung gesichtet.
Noch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, irgendwo in dem felsigen, schroffen Gelände der unbewohnten Insel ein passendes Weibchen zu finden.

Bis dahin befindet sich George in der Gesellschaft zweier attraktiver Weibchen der Nachbarinsel Isabela.
Doch der hundert Kilogramm schwere Koloss ist nicht sonderlich interessiert. Zunächst vermuteten die Betreuer, es sei zu schwach, um sich auf einem Weibchen zu halten. Eine strenge Diät aus Papaya und Grass sollte dem Liebesleben auf die Sprünge helfen, doch George blieb der lustlose Patriarch in seinem Gehege.

"Manchmal besteigt George ein Weibchen, doch er ist mehr an dem Futter der Weibchen interessiert als an Sex," erzählt der Leiter des Schildkrötenprogrammes, Don Fausto. "George hat einen Riesenappetit und um den Anderen etwas wegzuschnappen, ist ihm jedes Mittel recht."

Seine Weibchen der Unterart Becki, die aus der Ungebung des Vulkan Wolf auf Isabela stammen, galten bis vor Kurzem als die nächsten Verwandten von George.
Neuesten Untersuchungen zufolge entspricht der genetische Code der Unterart Hoodensis auf der weiter entfernten Insel Española den Abingdoni weitgehend. So scheinen die Jahre des endlosen Wartens für die Weibchen von Isabela gezählt. Vielleicht bringt ein Rendezvous mit den Hoodensis das Blut des Lonesome George in Wallung.
 
Grund zur Eile besteht indes nicht, denn George befindet sich mit seinen 90 Jahren im besten Mannesalter. Die Riesenschildkröten können ein Alter von 150 bis 200 Jahre erreichen. Vielleicht ist es also nicht Don Fausto sondern sein Urenkel, der die ersten Sprösslinge von George auf der Insel Pinta aussetzen wird.

Ohne das Schildkrötenzuchtprogramm der Charles Darwin Station würden viele Schildkrötenarten nicht überleben...

Von der Entstehung des Archipels bis zur Besiedlung durch den Menschen...
 

 
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